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Emscherquellhof: Werkstatt im Kreis Unna GmbH übernimmt den Betrieb des beliebten und weit über die Gemeindegrenzen bekannten Ausflugsziels

Holzwickede, den 14.​09.​2026

Der Emscherquellhof in Holzwickede ist weit mehr als ein historisches Gebäudeensemble. Er steht symbolisch für den Wandel einer ganzen Region: von der Industrielandschaft zur lebendigen, naturnahen Kulturlandschaft. An der Quelle der Emscher gelegen, verbindet er Geschichte, Ökologie und gesellschaftliche Teilhabe auf einzigartige Weise. Ab sofort übernimmt ein neuer Pächter den Emscherquellhof: die Werkstatt im Kreis Unna GmbH (WiKU). Den Pachtvertrag unterzeichneten die WiKU und die Emschergenossenschaft am Montag (14.9.) im Beisein von Holzwickedes Bürgermeister Till Knoche. Gemeinsam wollen die Partner den Emscherquellhof näher an die Holzwickeder Bürgerinnen und Bürger heranbringen und ihn stärker für Holzwickede erlebbar machen. Die Quelle der Emscher soll künftig kein Ort sein, den man nur zufällig passiert, sondern einer, zu dem man gezielt aufbricht – für einen Cafébesuch, einen Vereinsabend, einen Kinderworkshop oder ein Sommerfest. Apropos Café: Dieses bleibt der herzliche Kern des Hofes!

 

„Für uns als Emscherquellgemeinde ist die Quelle dieses Flusses identitätsstiftend. Der Emscherquellhof ist weit über die Grenzen Holzwickedes bekannt und als Ausflugsziel und Veranstaltungsort äußerst beliebt. Daher freuen wir uns sehr darüber, dass wir gemeinsam mit der Emschergenossenschaft einen neuen Pächter für den Quellhof gefunden haben, der insbesondere eine ganz wichtige Tradition fortführt – den Betrieb des Emscherquellhofs durch einen gemeinnützigen Träger“, sagt Till Knoche, Bürgermeister der Gemeinde Holzwickede.

 

Die Werkstatt im Kreis Unna GmbH ist eine der größten gemeinnützigen Arbeitsmarktdienstleister im östlichen Ruhrgebiet. Sie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in Qualifizierung, Beschäftigung, beruflicher Bildung, Ausbildung, Teilhabe/Inklusion und Beratung. Der Emscherquellhof soll unter WiKU-Regie „ein Ort für alle“ sein, an dem Nachhaltigkeit täglich erlebbar sein wird: durch Umweltbildung für Kinder und Erwachsene, ein vielfältiges Kooperationsnetzwerk aus Sport, Kultur, Gastronomie und Naturpädagogik sowie ein authentisches, regional verwurzeltes Gastronomieangebot.

 

Der Emschergenossenschaft als Eigentümerin des denkmalgeschützten Emscherquellhofs ist sehr daran gelegen, dass an der Quelle des zentralen Flusses des Ruhrgebietes ein Informations- und Veranstaltungszentrum mit gastronomischer Bewirtschaftung betrieben wird und die Örtlichkeit auch von Radfahrenden und Wandernden genutzt werden kann. Die Emscher-Quelle soll Besuchende zum Verweilen und Erleben der blaugrünen Region einladen.

 

„Unser Handeln als öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband basiert auf der Überzeugung, dass ein starkes gesellschaftliches Miteinander, ehrenamtliches Engagement und die Vermittlung gesellschaftlicher sowie demokratischer Grundwerte die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Gemeinschaft bilden. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wollen wir hier am Emscherquellhof ein kooperatives Netzwerk gestalten, das den Austausch, die gegenseitige Unterstützung und die Entwicklung innovativer Ideen fördert“, sagt Liana Weismüller, Vorständin für Personal und digitale Transformation bei der Emschergenossenschaft.

 

Betrieb des Emscherquellhofs fußt auf drei Säulen

„Den Emscherquellhof wollen wir auf drei sich ergänzenden und gegenseitig stärkenden Säulen betreiben. Die erste Säule bildet dabei das Themenfeld „Gastronomie und Café“. Das bisherige Waffelstübchen wollen wir behutsam zu einem authentischen und regional verwurzelten Gastronomieangebot weiterentwickeln. Das Café bleibt damit der herzliche Kern des Hofes – ergänzt um ein breiteres, qualitativ hochwertiges Angebot mit frisch gebackenen Waffeln, Kuchen, Torten und Konditoreiprodukten unter anderem aus der Hauswirtschaftsausbildung unseres eigenen Berufskollegs“, sagt Holger Schelte, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna GmbH.

 

Die zweite Säule umfasst die Themen Natur, Garten und Umweltbildung. Hier will die WiKU ökologischen Gartenbau, Artenvielfalt und Naturerlebnis zu einem stimmigen Gesamtangebot zusammenbringen – unter anderem mit dem Anbau von Gemüse, Kräutern und Schnittblumen auf dem Hofgelände sowie Wildblumenflächen, Insektenhotels und naturnahe Lebensräume. Ein besonderer Mehrwert: Die WiKU verfügt über eigene Betriebseinheiten, die mit der professionellen Grünpflege des Hofgeländes beauftragt werden können. Damit ist eine zuverlässige, qualitativ hochwertige Pflege aus einer Hand gewährleistet.

 

Die dritte Säule dreht sich um Veranstaltungen, Bildung und Kultur. Der Emscherquellhof bleibt ein lebendiger Veranstaltungsort für die Region. Die standesamtlichen Trauungen als Alleinstellungsmerkmal des Standorts werden fortgeführt, darüber hinaus soll der Emscherquellhof auch in Zukunft Ort für private Feiern, Geburtstage, Hochzeiten im historischen Ambiente sowie Kulturveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und saisonale Feste (Ernte-, Herbstfest, Weihnachtsmarkt) sein. Ein besonderer Schwerpunkt des Betriebskonzepts der WiKU liegt auf pädagogischen Angeboten für Kinder. Aber auch Erwachsene sollen profitieren. Der Emscherquellhof wird zu einem authentischen Lernort, an dem Natur, Lebensmittel und Ökologie unmittelbar erlebt werden können. Hierfür wird die WiKU mit Michaela Schultz-Franck („Naturerlebnis Emscherquellhof“), einer erfahrenen Naturpädagogin mit einem bewährten Repertoire an Angeboten für Kinder, kooperieren.

 

Der Emscherquellhof soll zudem als anerkannter außerschulischer BNE-Lernort entwickelt und etabliert werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf ab, Menschen zu befähigen, informierte Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu übernehmen. „Der Hof bietet ideale Voraussetzungen dafür, eine regionale Marke werden zu können: Natur, Landwirtschaft, Geschichte, Wasserwirtschaft und Gemeinschaft sind hier unmittelbar erlebbar – und das in direkter Verbindung mit dem Generationenprojekt Emscher-Umbau der Emschergenossenschaft“, sagt Holger Schelte.

 

Hintergrund-Informationen zum Emscherquellhof

Der Emscherquellhof ist ein aufwändig originalgetreu restaurierter Hof, der dem regionalen und sozialen Engagement eine lebendige Heimat bietet, von Besucher*innen als Oase der Gemütlichkeit geschätzt, und von den Holzwickeder*innen als ein wesentlicher Ort der Identität und Lebensqualität betrachtet wird.

 

Die westfälischen Bauernfamilien Lünschermann und Schroer haben den Hof im Jahre 1801 errichtet. Einige hundert Meter südwestlich des Hofes entspringt im Hixterwald die Emscher aus fünf Quelltöpfen. Landmesser des preußischen Königs haben 1824 den Lünscherhof zum Quellgebiet erklärt, weswegen der Hof heute als Emscherquellhof bekannt ist.

 

In seiner über 200-jährigen Geschichte verschwanden Teile der ursprünglichen Hofanordnung. Nur Backhaus, Stallanbau und Haupthaus blieben erhalten. Ab 2005 wurde die Hofanlage gemäß historischen Überlieferungen restauriert. Nachträgliche Inneneinbauten wurden zurückgebaut, ursprüngliche Fassaden, Fenster und die Dachkonstruktion nach originalem Vorbild wiederhergestellt und das Fachwerk gesichert. Heute ist der Hof ein Ort, der Geschichte und Zukunft der Region zusammenführt. Sehenswert ist nicht nur der restaurierte Hof als solcher, sondern auch eine Ausstellung, in der die Entwicklung des Generationenprojektes „Emscher-Umbau“ zu entdecken ist.

 

Die Emschergenossenschaft betreut diesen Ort konzeptionell und setzt dabei auf Nachhaltigkeit, informelles Lernen und die Zusammenarbeit mit regionalen und sozialen Partner*innen. Ein Wildbienenexperte aus der Nachbarschaft betreut die 2016 im Rahmen der Emscherkunst entstandenen „Bienenhäuser“ des schwedischen Künstlers Henrik Hakansson. Ein Imkerverein und ein Pomologenverein haben hier ebenfalls eine Heimat gefunden. Auch die Netzwerkinitiative Sevengardens ist vertreten und bietet in einem Färbergarten Kurse an, die zeigen, wie Kleidung naturnah und umweltfreundlich gefärbt werden kann.

 

Emschergenossenschaft

Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de

  EmscherquellhofQuelle: EGLV

 

 

Bild zur Meldung: Foto: EGLV